Der Ex-Betriebsrat und Gewerkschaftler der Kommunikationsgewerkschaft DPV, Johannes Wicht, zeigt sich überrascht hinsichtlich der riesigen Transaktionen auf dem Börsenbankett im Bereich des Konzerns.
Erst werden große Anteile von T-Mobile USA gekauft. Somit gehörten dann 50,2% dem Mutterkonzern. Wie jetzt zu lesen war, veräußerte die Deutsche Telekom Mitte Juli Aktien ihrer amerikanischen Tochter T-Mobile US im Wert von rund 47,7 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig läuft ein Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Anfang Juli nahm das Unternehmen so eigene Aktien im Wert von rund 52,4 Millionen Euro vom Markt.
Weiter werden Immobilien des ehemaligen Staatskonzerns, das Tafelsilber der ehemaligen Bundespost, Stück für Stück veräußert. Im Offshore und Near-Shore kommt es zur Verlagerung riesiger Arbeitspakete in Billiglohnländer. Diese Arbeitsanteile kommen leider nie mehr zurück. Derartige Aktionen beflügeln den Personalabbau, was im Geschäftsbericht nachzulesen ist. Quo vadis Telekom?
Ein Arbeitgeber muss seine „Schafe“ kennen. Er sollte die „Schafe“ scheren, ihnen aber nicht das Fell über die Ohren ziehen. Die Einsparung der Personalkosten lässt sich gut bei den Aktionären verkaufen.
Wo bleibt der Aufschrei unserer Personalvertreter im Konzernbetriebsrat, Gesamtbetriebsrat bzw. beim Sozialpartner?
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleiben wieder Mal auf der Strecke.
Nächstes Jahr sind im Konzern bundesweit Betriebsratswahlen. Es bleibt zu hoffen, dass dann unsere Beschäftigten die richtigen Interessenvertreter wählen, um diesem Treiben ein Ende zu bereiten.