Ex-Betriebsrat und Gewerkschafter Johannes Wicht fragt: Wie begegnet die Deutsche Telekom dem Problem zunehmender Vereinsamung im Kreise der Beschäftigten? 

Die Weihnachtsfeiertage sind für viele Menschen von Einsamkeit begleitet.

Es gibt viele Betroffene, und es gibt Wege, diese Tage zu bewältigen. Z.B. durch soziale Aktivitäten oder durch professionelle Hilfe wie die Telefonseelsorge.

Das Angebot der Kirchen:

0800 1110111 – Evangelische Telefonseelsorge und

0800 1110222 – Katholische Telefonseelsorge ist in diesen Tagen erfahrungsgemäß rund um die Uhr gefragt.

Eine wichtige Anlaufstelle für Menschen die alleine und einsam sind.

Dabei wird deutlich, wie wichtig und wirksam zugleich die Telefon-Seelsorge als anderer Ort der Begegnung mit der Organisation Kirche ist. In ihrem niedrigschwelligen Dienst am notleidenden Menschen leistet die Telefon-Seelsorge so einen wichtigen Beitrag zur individuellen Krisenbewältigung in unserer Gesellschaft.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) untersuchte im letzten Jahr Ausmaß und Folgen von Einsamkeit. Jeder sechste Mensch leidet darunter. Soziale Isolation beflügelt Fast-Food- und Alkoholkonsum.

In diesem Zusammenhang fragt sich der Ex-Betriebsrat und Gewerkschafter Johannes Wicht, was tut die Deutsche Telekom um sich diesem Problem zu stellen? Fakt ist, nachdem in den letzten Jahren nahezu alle Arbeitsplätze auf Desk-Sharing umgestellt wurden, gibt es mittlerweile keine Einzelbüros mehr.  Alle Schreibtische wurden entsorgt. Jeden Tag sitzen die Beschäftigten an einem anderen Platz. Keine Blumen und keine Bilder. Nur in der Chefetage sind großräumige Büros mit allem Komfort zu finden. An den normalen Standorten reduziert sich die Arbeitswelt auf leblose Bürolandschaften. Das schafft neue Probleme. Die wenigsten Beschäftigten haben Lust und Freude dort zu arbeiten.

Auch die Alternative Homeoffice ist langfristig problematisch. Es fehlen auch hier die Sozialkontakte, die kurzen Gespräche bei einer Tasse Kaffee. Ob dies die Leistungsbereitschaft fördert, darf bezweifelt werden.