Ex-Betriebsrat und Gewerkschafter Johannes Wicht wendet sich gegen die neu entfachte Diskussion um die Bezahlung der Krankentage durch die Unternehmen

Im letzten Jahr waren im Durchschnitt 14,8 Krankheitstage je Arbeitnehmer*in statistisch erfasst.

In Deutschland besteht im Krankheitsfall ein Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber in voller Höhe für maximal sechs Wochen im Kalenderjahr. Danach zahlen die Krankenkassen Krankengeld.  

Ex-Betriebsrat und Gewerkschafter Johannes Wicht fordert ein Ende dieser unwürdigen Diskussion.

Durch Arbeitsverdichtung und ständigen Personalabbau bzw. Umorganisationen kommen die Beschäftigten zunehmend unter Druck. Mitarbeiter die in den Ruhestand gehen, werden nicht nachpersonalisiert. Deren Tätigkeiten müssen durch das Umfeld aufgefangen werden.

Erschöpfungserscheinungen und Burn out sind vielfach die Folge einer hohen Leistungsverdichtung. Von einem Burnout (vom englischen „burn out“: ausbrennen) spricht man bei einem chronischen Zustand der physischen und psychischen Erschöpfung.

In der BT-Drucksache 19/23898 geht es um die psychischen Belastungen als Folge der Arbeit in Verbindung mit alternden Belegschaften. Psychischen Belastungen soll zunächst mit einer Aufklärungskampagne begegnet werden. Ob dies ausreicht, darf bezweifelt werden.

Eine fehlende Wertschätzung der hohen Leistungsbereitschaft der Beschäftigten wird von den Arbeitgebern gerne übersehen. Lieber erhöhen sich die Top-Führungskräfte ihre Gehälter für ihre Arbeit im siebenstelligen Bereich.