Gesundheit der Beschäftigten schützen – Arbeitsüberlastung offen ansprechen
Johannes Wicht, ehemaliger Betriebsrat und Gewerkschafter der Kommunikationsgewerkschaft DPV Bayern (DPVKOM Bayern), weist auf die Bedeutung von Gefährdungsanzeigen – auch Überlastungsanzeigen genannt – hin. Steigende Arbeitsmengen bei gleichzeitig sinkender Personalstärke führen zunehmend zu extremen Belastungen. Wenn Beschäftigte dauerhaft mehr Aufgaben übernehmen müssen, als mit den vorhandenen Ressourcen zu bewältigen sind, gefährdet dies ihre Gesundheit. Die Deutsche Telekom ist daher gefordert, ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Das gilt uneingeschränkt auch für ihre Beamtinnen und Beamten.
Warum eine Gefährdungsanzeige wichtig ist
Eine Gefährdungsanzeige dokumentiert konkrete Überlastungssituationen und informiert die verantwortliche Führungskraft über bestehende Belastungen sowie mögliche Risiken. Sie macht deutlich, dass nicht die mangelnde Leistungsfähigkeit einzelner Beschäftigter, sondern häufig problematische Arbeitsbedingungen und unzureichende Personalressourcen die Ursache sind. Eine dauerhafte Überlastung kann nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten beeinträchtigen, sondern gleichermaßen die Arbeitsqualität, die Betriebssicherheit und die zuverlässige Erfüllung betrieblicher Aufgaben gefährden.
Was eine Gefährdungsanzeige enthalten sollte
Die Anzeige sollte schriftlich und möglichst sachlich erfolgen. Wesentliche Inhalte sind:
- Ort und Datum sowie Name und Organisationseinheit
- Eine konkrete Beschreibung der Überlastung, etwa durch Personalmangel oder nicht zu bewältigende Arbeitsmengen
- Die Darstellung möglicher Gefahren für Beschäftigte, den Betrieb und gegebenenfalls Dritte
- Die Aufforderung an die verantwortliche Führungskraft, geeignete Abhilfemaßnahmen zu ergreifen
- Die Unterschrift des Beschäftigten
Wichtig ist dabei, die tatsächlichen Arbeitsbedingungen und Risiken nachvollziehbar zu dokumentieren.
Auf unserer Internetseite gibt es eine Gefährdungsanzeige auch zum [Download].
Appell an die Deutsche Telekom
Die Gesundheit der Beschäftigten darf nicht länger unter steigenden Arbeitsmengen und sinkenden Personalressourcen leiden. Gefährdungsanzeigen müssen ernst genommen werden und Anlass sein, die Arbeitsbedingungen kritisch zu überprüfen und wirksame Maßnahmen einzuleiten. Johannes Wicht appelliert an die Deutsche Telekom, personelle Engpässe nicht zu ignorieren und eine Arbeitsorganisation sicherzustellen, die den Gesundheitsschutz und eine verantwortungsvolle Aufgabenerfüllung ermöglicht.
Beschäftigte müssen auf Gefährdungen hinweisen können, ohne dass ihnen mangelnde Leistungsfähigkeit vorgeworfen wird. Entscheidend ist, die echten Ursachen der Überlastung zu erkennen und nachhaltig zu beseitigen.
