Ex-Betriebsrat Johannes Wicht: Telekom sollte den Nachwuchs gezielt fördern.

Bildquelle: Generiert mit KI / Gemini

Ca. 1.650 Nachwuchskräfte werden jedes Jahr neu bei der Deutschen Telekom eingestellt.

Leider haben immer weniger Auszubildende und duale Studierende einen Führerschein. Laut Bundesverkehrsministerium kosten Fahrtraining und Prüfung in Deutschland mittlerweile im Schnitt rund 3.400 Euro. Von jungen Bewerberinnen und Bewerbern hört man immer wieder, dass sie sich den Führerschein schlicht nicht mehr leisten können.

Heute hat die Mehrheit der 17- bis 20-Jährigen keine Fahrerlaubnis mehr. Waren 2012 in dieser Altersgruppe noch 55 Prozent im Besitz eines Führerscheins, sind es inzwischen nur noch 41 Prozent. Ohne Fahrerlaubnis sinken die Chancen auf dem Arbeitsmarkt jedoch drastisch. Viele Firmen setzen den Schein nach wie vor voraus – das zeigt ein Blick in die Stellenanzeigen der Bundesagentur für Arbeit. Insbesondere für Jobs im Handwerk, in der Pflege oder im Service heißt es dort häufig: „Voraussetzung: Führerschein Klasse B“. In vielen Berufen müssen Mitarbeitende zudem einen Dienstwagen führen können; Werkzeuge und Materialien lassen sich schließlich schlecht im Bus transportieren.

Viele Betriebe gehen deshalb dazu über, ihren Auszubildenden den Führerschein zu bezahlen. Das sei kein reines „Goodie“, sondern „eine betriebliche Notwendigkeit“, sagt eine Arbeitgebersprecherin. Auszubildende und Angestellte müssten mobil sein, um selbstständig Baustellen oder Kunden zu erreichen.

Auch für viele Tätigkeiten bei der Telekom ist der Führerschein eine wichtige Voraussetzung, insbesondere im technischen Außendienst. Eine Kostenübernahme würde Auszubildende finanziell spürbar entlasten und ihnen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Schon beim ehemaligen Fernmeldeamt war es Usus, den Führerscheinerwerb sowie die dafür erforderliche Zeit zu sponsern. Das hat sich bewährt, da die Mitarbeiter so schneller und flexibler einsatzbereit waren.

Eine solche Maßnahme würde auch heute die Attraktivität der Telekom als Ausbildungsbetrieb stärken, die Gewinnung von Nachwuchskräften fördern und ein starkes Signal der Wertschätzung senden. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wäre die Finanzierung des Führerscheins eine sinnvolle und nachhaltige Investition in die Zukunft des Unternehmens, betont Wicht.

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