
Anfang Dezember schrieb Ex-Betriebsrat und Gewerkschafter Johannes Wicht an den Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König mit der Bitte um Unterstützung. In Nürnberg bzw. im Umland gibt es sehr viele Vermittlungsstellen der Deutschen Telekom, die sich seit Ende 2022 wegen Technikwechsel im Leerstand befinden. Eine Vermittlungsstelle ist etwa so groß wie ein Einfamilienhaus. Für Auszubildende, duale Studenten und junge Familien wäre eine vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte, bezahlbare Mietwohnung ein außerordentlicher Glücksfall. Über 1650 Nachwuchskräfte hat die Telekom letztes Jahr eingestellt.
Daher sah sich Wicht veranlasst, den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg um Unterstützung in dieser Causa zu bitten.
Am 14. Januar kam nun die Antwort der Stadt Nürnberg:
Nach Auskunft der Deutschen Telekom besitzt der Konzern im Stadtgebiet Nürnberg mehrere Gebäude die überwiegend für technische Zwecke genutzt werden. Die Immobilienabteilung der Firma ist gehalten, Liegenschaften zu veräußern, sofern sie für betriebliche Zwecke nicht mehr benötigt werden. Ferner sind die für technische Zwecke genutzten Gebäude aus mehreren Gründen nicht für eine Wohnnutzung geeignet. Unter anderem aufgrund fehlender Fenster, unzureichender Dämmung, sowie der dort verbliebenen technischen Infrastruktur.
Wie Wicht dazu feststellt, sind diese Aussagen zumindest in Teilen nicht nachvollziehbar. Wie es auch anders geht, zeigt das Beispiel der ehemaligen Vermittlungsstelle Bamberg Süd, Kapellenstraße (siehe Anlage). In die Betonmauer wurden von einer Fachfirma die notwendigen Fenster gesägt. Viele Familien freuen sich nun über preisgünstige Mietwohnungen. Ein Teil der verbliebenen Übertragungstechnik ist oftmals im Keller untergebracht. Dies würde einer Umwidmung der Telekom-Immobilie nach Wicht’s Ansicht grundsätzlich nicht im Wege stehen. Entscheidend wäre der politische Wille, hier Nägel mit Köpfen zu machen, dann könnten auch schnell entsprechende Erfolge erzielt werden.