Johannes Wicht appelliert an die Deutsche Telekom

Kosten senken durch Personalabbau bei Telekom

Die Aussage von Personalvorständin Birgit Bohle (Ende Januar), dass sich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz massiv auf die Beschäftigungslage der Telekom auswirken wird, löst bei Johannes Wicht, Ex-Betriebsrat und Gewerkschafter der Kommunikationsgewerkschaft DPV, große Betroffenheit aus.

„Wir haben tolle Mitarbeitende aber auch teure Personalstrukturen. Das setzt uns in Sachen Produktivität zunehmend unter Druck“, so Bohle.

Digitale Transformation ist ein tiefgreifender Wandel, der Unternehmen nötigt, ihre Geschäftsmodelle, Prozesse und Arbeitsweisen durch den Einsatz digitaler Technologien fundamental zu verändern. Um in diesem Umfeld erfolgreich zu sein, ist breites Reskilling (Umschulung auf neue Aufgaben) und die Vermittlung neuer digitaler Kompetenzen dringend geboten.

Neben rein technischen Fähigkeiten (Hard Skills) sind Soft Skills entscheidend, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Gefordert ist eine ganzheitliche Weiterentwicklung der Belegschaft.

Angeblich gibt es bei diesen Transformationsprozessen keine Verlierer.

Die Fakten sprechen da eine andere Sprache.

Mit der Privatisierung ab 1992 hat sich der Telekom-Personalbestand mehr als halbiert. Aber leider nicht in den Führungsebenen, welche auch die hohen Personalkosten verursachen.

Wie von Betriebsräten berichtet wurde, könnten für das Gehalt eines Vorstandsmitglieds ca. tausend Mitarbeiter beschäftigt werden.

Führungskräfte sind der Meinung, die Telekom habe zu viel Fett angesetzt. Da empfiehlt Wicht, erst Mal in den eigenen Spiegel zu schauen.

Er ist entsetzt hinsichtlich des weiteren Personalabbaus an der Basis.

Auch bei der Telekom finden sich z.T.  ineffiziente Organisationsstrukturen, in denen es mehr Manager, Berater oder Planer gibt als Leute, die tatsächlich die operative Arbeit erledigen. Hier sollte auch mal der „Hobel“ angesetzt werden.