Ex-Betriebsrat und Gewerkschaftler der Kommunikationsgewerkschaft DPV, Johannes Wicht wird von großen Sorgen zu diesem Schritt getrieben. Nach Medienberichten von Mitte April erwägt die Deutsche Telekom mit ihrer US-Tochter T-Mobile US zu fusionieren.
Es gibt ernstzunehmende Befürchtungen, dass sich damit auch der Tätigkeitsschwerpunkt in die USA verlagert.
Die ehemals erfolgreiche Bundesbehörde würde so gänzlich wirtschaftlichen Interessen geopfert, damit die „Goldmine der Telekommunikation“ noch mehr zur Vergrößerung der Aktionärsgewinne und Vorstandsvergütungen genutzt werden kann. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind dann wieder einmal die Verlierer. Die hervorragenden Leistungen der Belegschaft bleiben bis heute ohne wirkliche Anerkennung. Besonders schmerzhaft ist die fehlende Würdigung ihres Leistungsbeitrags im Fall der Beamten. Es gibt bei diesem Personenkreis zur Zeit schon keine echten Beförderungsmöglichkeiten bzw. keine realen Aufstiegsmöglichkeiten in die nächst höhere Laufbahn.
Für Gewerkschafter und Betriebsräte würde die Ausübung der Mitbestimmungsrechte in diesem Fall extrem erschwert werden.
Gewerkschafter werfen der T-Mobile USA „brutalen Psychoterror“ vor. So mussten zumindest in der Vergangenheit Angestellte als Zeichen ihres Versagens Eselsmützen tragen oder Strafarbeiten schreiben. Soll das auch für die deutschen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Usus werden?
Bisher hält der Bund direkt bzw. über die KfW einen ca. 30 Prozent Anteil an der Deutschen Telekom und bekommt dafür jedes Jahr
eine hohe steuerfreie Dividendenzahlung. Diese Fusions-Visionen der Telekom-Führung können daher dem politischen Berlin doch nicht egal sein.
Ich hoffe, die Arbeitsministerin ist in dieser Causa auf der Seite der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, so Johannes Wicht